Ozongeneratoren sind keine Luftreiniger

In der Werbung werden Ozongeneratoren gerne mit Luftreinigern gleichgesetzt.
Ozongeneratoren sind jedoch keine Luftreiniger, genauso wie Luftreiniger keine Ozongeneratoren sind.
 

Was ist ein Ozongenerator und wo wird er eingesetzt?

Ozon ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und hat eine geruchsreinigende Aufgabe in der Atmosphäre.
Entsprechend werden Ozongeneratoren zur gezielten Erzeugung größerer Mengen von Ozon eingesetzt, um Gerüche zu beseitigen.
In der professionellen Anwendung werden Ozongeneratoren z. B. bei der Fahrzeugaufbereitung eingesetzt. Insbesondere bei Gebrauchtwagen mit Geruchsbelastung im Innenraum (z. B. ehemalige Raucherfahrzeuge) kann diese so beseitigt werden. Durch die oxidierende Wirkung des Ozons werden Geruchsstoffe in geruchsneutrale Stoffe umgewandelt. Ebenso werden Keime und geruchverursachende Bakterien dabei – auch an sonst unzugänglichen Stellen – abgetötet. Als Ergebnis ist das Fahrzeug nach dieser Behandlung desinfiziert und in der Regel geruchsfrei.
Ebenfalls im professionellen Bereich setzt man nach Brandvorfällen Ozongeneratoren in Gebäuden ein, oder auch zur Desinfektion in Bereichen von Krankenhäusern.

Was ist ein Luftreiniger und wo wird er eingesetzt?

Luftreiniger sind Geräte, die die Raumluft durch einen oder mehrere Filter unterschiedlicher Güte führen und diese von Partikeln, Feinstaub, Allergenen und gfls. auch Gerüchen und gasförmigen Schadstoffen befreien. Sie sind hervorgegangen aus der Klimaanlagentechnik, in der man seit Jahrzehnten Klima- und Lüftungsgeräte mit, dem Anwendungsfall angepassten, Filtern bestückt und so eine entsprechend gereinigte Zuluft erreicht. Die in den portablen Luftreinigern eingesetzte Filtergüte ist in der Regel die der Reinraumtechnik bzw. Krankenhaustechnik nachempfundene Feinstfiltertechnik (HEPA), die auch kleinste, lungengängige Partikel aus der Raumluft filtern kann.
Übrigens: Mit der Norm IEC 60335-2-65 wurde speziell für Luftreinigungsgeräte ein maximal zulässiger Schwellenwert von 5 x 106  
für die Ozonfreisetzung vorgeschrieben. 

 
Portable Luftreiniger für Wohnräume werden seit etwa 20-25 Jahren angeboten.
Angebote über Ozongeneratoren für den Privatgebrauch boomen seit etwa zwei Jahren.
 

Was macht diesen Hype um Onzongeneratoen aus?

Regelmäßig kann es in Privathaushalten zu Gruchsbelästigungen kommen, die als störend empfunden werden. Küchengerüche, Toilettengerüche, Ausdünstungen aus alten Bodenbelegen, Vorhängen, Tapeten, Rauchgeruch aus Kaminöfen und natürlich Tabakrauch.
Die Möglichkeiten, Gerüche mittels Luftreinigern zu filtern, sind eingeschränkt. Insbesondere chemische Gerüche sind schwer zu filtern, Geruchsablagerungen in Mobiliar etc. werden nicht gefiltert.
Da liegt es nahe, regelmäßig einen Ozongenerator zu betreiben, der die üblen Geruchsmoleküle zu unschädlichen einfachen Verbindungen oder Kohlendioxid oxidiert und damit die Gerüche beseitigt.

Doch welche Gefahren birgt der unbedarfte Einsatz von Ozongeneratoren in bewohnten Räumen?

Die Raumluft beinhaltet nicht nur Geruchsmoleküle, Feinstaub, Allergene und sonstige Partikel. Sie beinhaltet auch Chemikalien in Gasform. Diese entstehen durch Ausgasungen von Weichmachern, Lacken, Klebern, beim Kochen, durch das Rauchen u. v. m.
Wenn Ozon auf diese chemischen Verbindungen in der Raumluft trifft, werden diese aufgespalten und es verbleiben feinste Nanopartikel in der Raumluft, die eingeatmet, bis in die Lungenbläschen eindringen.  Dies ist für Erwachsene gefährlich, für Kleinkinder, Kinder und Haustiere aufgrund der geringeren Körpergröße bzw. des geringeren Körpergewichts eine absolute gesundheitliche Bedrohung.

Die deutsche Lungenstiftung e.V., der Bundesverband der Pneumologen e.V. sowie der Verband Pneumologischer Kliniken e.V. warnen daher ausdrücklich gegen den Einsatz von Ozon:
Zitat:
Der schlechte Geruch verrauchter Räume sollte besser nicht mit einem Ozon generierenden Luftreiniger (Ozon-Generator) beseitigt werden, wie das zum Beispiel oft in Hotels, Autos und auch manchen Wohnungen gehandhabt wird. Das empfehlen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Kalifornien (siehe Atmospheric Environment, Online-Vorabveröffentlichung am 23.7.2010). „Wissenschaftler in Kalifornien haben festgestellt, dass Ozon sich mit Nikotin und weiteren Bestandteilen des Zigarettenrauchs zu feinstaubhaltigen Aerosolen verbindet, die bis in die kleinsten Atemwege eindringen können“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Diese Feinstaubteilchen sind teilweise offenbar sogar noch kleiner als diejenigen, die im Rauch einer abbrennenden Zigarette entstehen.
Daher können sie nach Angaben der Forscher auch noch tiefer in die Lunge eindringen als der Feinstaub aus Zigarettenrauch. Außerdem sind sie dabei imstande, zusätzliche toxische Verbindungen zu transportieren, die die Atemwege verengen, d.h. Asthma auslösen können. Insofern muss man den Forschern zufolge davon ausgehen, dass verrauchte Räume, die mit Ozon gereinigt wurden, ein noch größeres Potenzial besitzen, Krankheiten der Atemwege zu triggern, als chemisch unbehandelte Räume, in denen geraucht wurde.“
 
Fazit: Eine Luftreinigung mittels Ozon sollte nicht in bewohnten Räumen durchgeführt werden.
Wenn Sie dennoch nicht auf den Einsatz eines Ozongenerators verzichten möchten, ist eine nachgeschaltete Raumluftreinigung durch einen HEPA-Luftreiniger unerlässlich.
Entsprechend geprüfte Geräte mit hohen Abscheideleistungen finden Sie in unserem Angebot.